Durchflussmesstechnik: Grundlagen

Warum ist Durchflussmessung wichtig?

Insbesondere in der Prozessindustrie ist die Durchflussmessung unerlässlich. Hier ist der Durchfluss von Flüssigkeiten und Gasen einer der am häufigsten gemessenen Parameter. Darüber hinaus ist dieser Parameter auch in verschiedenen anderen Industrien für unterschiedliche Einsatzwecke von Bedeutung – von der Steuerung sekundärer Variablen, wie z. B. der Heizung mittels Dampfdurchflussregelung, bis hin zur Verbrauchsüberwachung und -abrechnung. Doch was ist nun genau ein Durchfluss? Kurz gesagt, kann der Durchfluss als das Volumen oder die Masse geteilt durch die Zeitspanne definiert werden.

Rechnerisch kann der Durchfluss wie folgt dargestellt werden:

Massenstrom (Q) = Masse (kg) ÷ Zeit (s)

Volumenstrom (Q) = Volumen (m³) ÷ Zeit (s)

Die SI-Maßeinheiten für Massen- und Volumenstrom sind kg/s bzw. m³/s, in der Praxis können jedoch auch andere Einheiten wie kg/h, ton/h für Massenstrom und l/min oder m³/h für Volumenstrom verwendet werden.

Es ist auch möglich, den Volumenstrom in einem Rohr oder Kanal zu bestimmen, wenn man die Strömungsgeschwindigkeit und die Querschnittsfläche des Rohrs kennt, wobei:

Volumenstrom (Q) = Strömungsgeschwindigkeit ∙ Querschnittsfläche

Der Ausgangswert dieser Gleichung ist der volumetrische Durchfluss in der SI-Einheit (m³/s).

Wenn die Fluidddichte bekannt und konstant ist, kann man den Massenstrom erhalten, indem man ihn mit dem Volumenstrom multipliziert.

Massenstrom (Q) = Volumenstrom (m³/s) ∙ Dichte (kg/m³)

Der Ausgangswert dieser Gleichung ist der Massenstrom in der SI-Einheit (kg/s).

Bei der Durchflussmesstechnik von Gasen haben die Gasteilchen schwächere zwischenmolekulare Bindungen als Flüssigkeiten, sodass ihre Dichte Änderungen unterliegt, die durch Druck- und Temperaturschwankungen verursacht werden. Für einen direkten Vergleich werden die Volumenströme oft auf eine Referenzbedingung von Temperatur und Druck korrigiert. Die beiden am häufigsten verwendeten Referenzbedingungen sind 0° C (32° F) und 1 bar (100 kPa), definiert von IUPAC, und 20° C (68° F) und 1013,24 mbar (101,325 kPa), definiert von NIST. Bei der Massenstrommessung von Gasen ist keine Kompensation erforderlich, da die Masse von Temperatur- und Druckänderungen unabhängig ist.

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Durchflussmesser Typen

Die meisten Prinzipien der Durchflussmesstechnik basieren entweder auf der Fluiddynamik oder auf Fluidseigenschaften wie thermischen, akustischen und elektromagnetischen Eigenschaften, wobei Durchflussraten entweder direkt gemessen oder indirekt aus anderen Messgrößen berechnet werden. Aufgrund unterschiedlicher physikalischer Eigenschaften zwischen Flüssigkeiten und Gasen werden die Durchflussmesstechnik für Flüssigkeiten und die Durchflussmesstechnik für Gase oft getrennt betrachtet. Je nach Anwendungsanforderungen wird zwischen Volumenstrommesstechnik und Massenstrommesstechnik unterschieden. Abhängig von den Messprinzipien können Durchflussmesstechniken auf unterschiedliche Weise installiert werden: Inline-, Einsteck- oder Clamp-On-Montage.

Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte

Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte, auch elektromagnetische Durchflussmesser oder einfach Magmeter genannt, arbeiten auf der Grundlage des Faradayschen Gesetzes und werden in verschiedenen Branchen zur Messung des Volumenstroms von leitfähigen Flüssigkeiten wie Wasser, Chemikalien oder Getränken eingesetzt. Der unverbaute Messkörper verursacht praktisch keinen Druckverlust und eignet sich daher gut für die Messung von dichten, viskosen Medien. Er kann aufgrund seines speziellen medienberührten Materials und Designs auch für korrosive und abrasive Flüssigkeiten eingesetzt werden.

Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte sind mit zwei Feldspulen aufgebaut, die auf gegenüberliegenden Seiten des Messrohrs installiert sind und ein Magnetfeld erzeugen. Wenn die Flüssigkeit das Feld durchläuft, induziert sie eine Spannung, die von einem Elektrodenpaar gemessen wird. Die induzierte Spannung ist direkt proportional zur Strömungsgeschwindigkeit. Aufgrund des angewandten Messprinzips können Magmeter nur leitende Flüssigkeiten messen und sind nicht für nicht leitende Flüssigkeiten wie Öle, Kohlenwasserstoffe oder demineralisiertes, hochreines und destilliertes Wasser geeignet.

Zu den magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräten

Video 1: Übersicht – Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte


Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte – Vorteile:

  • Hohe Genauigkeit
  • Einfache Inbetriebnahme
  • Kein Druckverlust
  • Große Auswahl an Größen verfügbar
  • Bi-direktionale Durchflussmesstechnik

Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte – Einschränkungen:

  • Nur für leitfähige Flüssigkeiten geeignet
  • Nicht geeignet für hohe Temperaturen

Coriolis-Durchflussmesser

Der Coriolis-Durchflussmesser ist einer der vielseitigsten, fortschrittlichsten und genauesten Durchflussmesser auf dem Markt. Er arbeitet auf der Grundlage des Coriolis-Effekts, der erstmals von dem französischen Wissenschaftler Gaspard-Gustave de Coriolis im Jahr 1835 entwickelt wurde. Coriolis-Durchflussmesser können den Massenstrom, die Dichte und die Temperatur messen und auch andere Variablen wie den Volumenstrom, die Konzentration und die Viskosität berechnen. Sie werden häufig in Anwendungen eingesetzt, die eine hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit erfordern, z. B. bei Dosieranwendungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie oder beim eichpflichtigen Verkehr in der chemischen und der Öl- und Gasindustrie.

Video 2: Übersicht Coriolis-Durchflussmesser

Coriolis-Durchflussmesser können je nach Hersteller und Modell unterschiedlich aufgebaut sein, folgen aber alle dem gleichen Grundprinzip: Eine Antriebsspule regt das Messrohr auf einer Resonanzfrequenz an, während ein Paar von Aufnehmern, die im Einlass und im Auslass des Rohres installiert sind, die Frequenz des schwingenden Rohres messen. Wenn kein Durchfluss vorhanden ist, schwingen beide Enden des Rohrs synchron. Sobald eine Strömung im Rohr vorhanden ist, wird durch die von der Antriebsspule verursachte Rohrbewegung eine abwechselnde Verdrehung des Rohres erzwungen, und eine Phasenverschiebung in der Bewegung beider Rohrenden wird von den Aufnehmern erfasst. Der Massenstrom ist somit proportional zur Zeitdifferenz zwischen dem Ansprechverhalten des Einlass- und des Auslassaufnehmers.

Die Resonanzfrequenz des Rohres ist abhängig von der Fluiddichte: je höher die Dichte, desto niedriger ist die Resonanzfrequenz. In Anbetracht dieser Eigenschaft können Coriolis-Durchflussmesser außerdem die Dichte von Fluiden genau messen, und mit der gemessenen Dichte kann anschließend auch der Volumenstrom berechnet werden. Ein eingebauter Temperatursensor hilft dem Coriolis-Durchflussmesser bei der Berechnung spezifischer Konzentrationswerte wie Brix, Plato, Baum und API.

Diese fortschrittliche Technologie ist im Vergleich zu anderen Technologien mit höheren Kosten verbunden, aber die Investition macht sich im Laufe der Zeit aufgrund der erhöhten Genauigkeit und Produktivität, die diese Art von Geräten mit sich bringen kann, bezahlt.


Coriolis-Durchflussmesser – Vorteile:

  • Eine der genauesten Technologien
  • Massendurchflussmesstechnik für Flüssigkeiten und Gase
  • Multivariabele Messung
  • Geeignet für extreme Temperatur- und Druck-Prozessbedingungen
  • Bi-direktionale Durchflussmesstechnik

Coriolis-Durchflussmesser – Einschränkungen:

  • Hohe Anfangsinvestitionskosten
  • Druckverlust je nach Rohrkonstruktion

Ultraschall-Durchflussmesser

Ultraschall-Durchflussmesser sind Durchflusssensoren, meist in Clamp-On-Bauweise, die berührungslos von außen an die Rohrwand eingebaut werden. Die häufigste Anwendung für diese Art von Durchflussmessern ist die Wassermesstechnik, insbesondere bei großen Rohren, bei denen andere Technologien kostspielig werden. Sie haben sich auch in der Wasser- und Abwasserindustrie durchgesetzt, haben aber auch andere Anwendungen und einige Modelle sind sogar für die Gasmessung ausgelegt. Es gibt zwei verschiedene Technologien, die auf dem Markt erhältlich sind: Transit Time und Doppler-Effekt, je nach Hersteller und Modell.

Die Doppler-Effekt-Methode setzt Partikel oder Blasen in der Flüssigkeit voraus. Ein Wandler sendet ein Ultraschallsignal aus, das durch sich bewegende Partikeln oder Blase reflektiert wird und mit einer anderen Frequenz als der ursprünglich ausgesendeten zurückkehrt. Diese Frequenzverschiebung ist proportional zur Strömungsgeschwindigkeit.
Abbildung 1 – Doppler-Effekt-Methode

Abbildung 1 – Doppler-Effekt-Methode

Video 3: Übersicht Ultraschall-Durchflussmessstechnik

Die Transit-Time-Methode ist die an der häufigsten verwendeten Variante. Sie verwendet ein oder mehrere Sensorpaare. Jeder Sensor erzeugt und empfängt auch das Ultraschallsignal, das vom anderen Sensor kommt. Die sich bewegende Flüssigkeit im Rohr führt zu einer Differenz zwischen den Laufzeiten aus beiden Richtungen. Die Laufzeitdifferenz ist proportional zur Strömungsgeschwindigkeit.

Ultraschall-Durchflussmesser können eine gute Alternative zu magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräten sein, z. B. bei nicht leitfähigen Medien und bei größeren Rohrdurchmessern. Da die Clamp-On-Ultraschall-Durchflussmesser-Sensoren nicht mit dem Medium in Kontakt kommen, können sie eine gute Option für korrosive Flüssigkeiten und Hochdruckleitungen sein. Darüber hinaus wird es häufig zur Nachrüstung ohne Prozessunterbrechung oder als tragbares Messgerät für temporäre Messungen, z. B. zur Auditierung oder Durchflussvalidierung, eingesetzt.

Ultraschall-Durchflussmesser – Vorteile:

  • Unabhängig von Flüssigkeitsleitfähigkeit, Viskosität oder Druck
  • Kein Druckverlust
  • Clamp-On-Version: nicht-intrusive und wirtschaftliche Lösung für große Rohrgrößen

Ultraschall-Durchflussmesser – Einschränkungen:

  • Lange Ein- und Auslaufstrecken sind erforderlich
  • Empfindlich gegenüber zweiphasigen Flüssigkeiten

Thermische Durchflussmesser

Thermische Durchflussmessgeräte oder auch thermische Massendurchflussmesser arbeiten auf der Grundlage des Prinzips der thermischen Dispersion, auch bekannt als das King'sche Gesetz (King’s Law), wonach ein sich bewegendes Fluid Wärme von einer Wärmequelle wegträgt. Diese Art von Durchflussmesser wird häufig als Druckluftzähler und auch für verschiedene Gasarten verwendet, da es sich um eine zuverlässige und dennoch kostengünstige Technologie im Vergleich zu anderen Massendurchflussmessern wie dem Coriolis handelt.

Der Aufbau des thermischen Durchflussmessers kann je nach Hersteller variieren, besteht aber in der Regel aus zwei Temperatursensoren. Ein Sensor dient als Referenzsensor und misst die Flüssigkeitstemperatur, während der zweite Sensor durch einen elektrischen Strom beheizt wird, wodurch eine konstante Temperaturdifferenz zwischen dem Referenzsensor und dem beheizten Sensor entsteht. Sobald eine Strömung im Rohr vorhanden ist, wird ein Teil der Wärme von der Flüssigkeit abgeführt, wodurch das beheizte Element abgekühlt wird. Die Elektronik liefert daraufhin mehr Strom an den beheizten Sensor, so dass die Temperaturdifferenz immer konstant bleibt. Der Massendurchfluss kann dann anhand der Stromaufnahme des beheizten Sensors berechnet werden.

Video 4: Thermische Durchflussmesstechnik

Die thermischen Eigenschaften der Fluide müssen dem Durchflusstransmitter bekannt sein, da diese bei jedem Fluid unterschiedlich sind, was die Messung beeinflusst. Die gängigsten Gase, die in den verschiedenen Industrien verwendet werden, sind bei den meisten thermischen Massendurchflussmessern bereits vorkonfiguriert.

Es gibt zwei handelsübliche Ausführungen von thermischen Massendurchflussmessern: die Einsteck- und Inline-Ausführung. Die Einsteckversion wird üblicherweise für größere Rohre verwendet, wobei die Sonde direkt in das Rohr eingeführt wird.

Zu Thermische Durchflussmessgeräte


Thermische Massendurchflussmesser – Vorteile:

  • Direkte Durchflussmesstechnik
  • Vernachlässigbarer Druckverlust
  • Einstecktyp kann bei großen Rohren kostengünstig sein

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Thermischer Massendurchflussmesser – Einschränkungen:

  • Anfällig für Ungenauigkeiten aufgrund von Gasfeuchtigkeit
  • Anfällig für Ungenauigkeiten aufgrund von Änderungen der Gaszusammensetzung

Turbinen-Durchflussmesser

Turbinen-Durchflussmesser sind Durchflusssensoren und gehören zu den bekanntesten Durchflussmesstechniken. Turbinen-Durchflussmesser können für die Durchflussmessungen von Flüssigkeiten und Gasen eingesetzt werden und stellen eine gute Alternative beim Umgang mit nicht leitfähigen Flüssigkeiten wie Ölen dar.

Video 5 – Überblick über das Prinzip der Turbinen-Durchflussmessung (Englisch)

Turbinen-Durchflussmesser haben ein relativ einfaches Arbeitsprinzip. Sie bestehen aus einem Rotor mit Schaufeln, der auf einem Lager montiert ist und im Inneren des Zählers von einer zentralen Welle getragen wird. Wenn in der Rohrleitung eine Strömung vorhanden ist, bringt die kinetische Energie des Fluids den Rotor zum Drehen. Die Bewegung der Flügel wird von einem Bewegungssensor erfasst, der elektronische Impulse erzeugt, die der Volumenmenge entsprechen. Der Volumenstrom ist somit proportional zur Impulsfrequenz.

Schaufelrad-Durchflussmesser, auch bekannt als auch bekannt als Flügelrad-Durchflussmesser. Sie werden oft als eine Variante des Turbinen-Durchflussmessers angesehen und werden für einfache Anwendungen wie die Messung des Wasserdurchflusses verwendet. Anstelle von Turbinen sind die Durchflussmesser mit einem Schaufelrad ausgestattet, das sich durch die Kraft der Strömung dreht. Die Umdrehungen des Schaufelrades sind proportional zur Durchflussmenge. Die Bewegung des Schaufelrads wird von einem Bewegungssensor erfasst, der elektronische Impulse erzeugt, die der Volumenmenge entsprechen. Bei einfacheren Modellen bewegt das Schaufelrad eine Reihe von Zahnrädern, mit denen die Zählziffern verändert werden. In dieser Version ist das Instrument vollständig mechanisch und benötigt keine Stromversorgung.

Abbildung 2 - Schaufelrad-Durchflussmesser

Abbildung 2 – Schaufelrad-Durchflussmesser


Turbinen-Durchflussmesser – Vorteile:

  • Hohe Genauigkeit und Reproduzierbarkeit
  • Unabhängig von der Leitfähigkeit der Flüssigkeit
  • Einfache Konstruktion zum günstigen Preis

Turbinen-Durchflussmesser – Einschränkungen:

  • Druckverlust
  • Bewegliche Teile können mit der Zeit verschleißen
  • Beschränkungen der Flüssigkeitsviskosität

Vortex-Durchflussmesser

Video 6: Übersicht – Vortex Durchflussmesstechnik

Vortex-Durchflussmesser sind Durchflusssensoren mit einem breiten Anwendungsspektrum, von der Wasser- bis zur Gasdurchflussmessung. Aufgrund ihrer Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und Drücke werden sie jedoch häufig in der Durchflussmessung für Dampf eingesetzt; die häufigste Anwendung für diese Art von Durchflussmessern.

Vortex-Durchflussmessgeräte arbeiten nach dem Prinzip der Wirbelablösung. Dabei strömt ein Fluid an einem Hindernis, dem sogenannten Störkörper, vorbei, wodurch hinter dem Störkörper Unterdruckzonen entstehen und sich auf beiden Seiten des Störkörpers Zwischenwirbel bilden. Ein nach dem Störkörper installierter Sensor misst die Frequenz, mit der sich die Wirbel bilden. Die Strömungsgeschwindigkeit und der Volumenstrom sind somit proportional zur Frequenz, mit der die Wirbel auftreten.

Vortex-Durchflussmessgeräte ansehen

Vortex-Durchflussmesser können den Durchfluss sowohl von Flüssigkeiten als auch von Gasen messen. Es bedarf jedoch einer Mindestströmungsgeschwindigkeit, damit sich die Wirbel bilden können. Wirbel-Durchflussmesser sind Volumenstrommesser, können aber mit Hilfe von Temperatur- und Drucksensoren den Massendurchfluss von Gasen und Dampf berechnen. Einige Modelle verfügen sogar über integrierte Temperatur- und Drucksensoren.


Vortex-Durchflussmesser – Vorteile:

  • Kostengünstige und zuverlässige Lösung für die Dampfmessung
  • Hohe Temperaturbeständigkeit
  • Unabhängig von der elektrischen Leitfähigkeit der Flüssigkeit

Vortex-Durchflussmesser – Einschränkungen:

  • Nicht geeignet für Flüssigkeiten mit hoher Viskosität
  • Begrenzte Rohrdurchmesser
  • Erfordert eine Mindestströmungsgeschwindigkeit
  • Unidirektionale Durchflussmesstechnik

Differenzdruck-Durchflussmesser

Differenzdruck-Durchflussmesser, allgemein als DP-Meter bezeichnet, sind eine der am häufigsten verwendeten und vielseitigsten Durchflussmesstechniken, geeignet für die volumetrische Durchflussmessung von Flüssigkeiten, Gasen und Dampf. Sie nutzen die Druckdifferenz, die durch Primärelemente wie Messblenden, Düsen, Venturirohre, Pitot- und Annubar-Rohre usw. induziert wird. Ein Hauptanwendungsgebiet ist die Messung von Dampf und Kondensaten bei hohen Temperaturen. Pitot- und Annubar-Rohre eignen sich eher für Situationen, in denen der Druckverlust unerwünscht ist, oder für große Rohrdurchmesser.

Einschränkende Primärelemente, wie z.B. Messblenden und Venturirohre, verursachen einen Druckabfall in der Leitung. Durch Messung des Drucks vor und nach der Drosselung, kann der Volumenstrom bestimmt werden. Es gibt verschiedene Formen und Typen von drosselnden Primärelementen, die für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden können. Der gebräuchlichste Typ ist die Messblende, die ebenfalls eine Vielzahl von Formen und Ausführungen aufweisen kann.

Abbildung 3 – Differenzdruck-Durchflussmesser

Abbildung 3 – Differenzdruck-Durchflussmesser

Abbildung 4 – Staudrucksonde (Pitot)

Abbildung 4 – Staudrucksonde (Pitotrohr)

Einsteckbare Primärelemente, wie Pitotrohre, messen den dynamischen Druck. Dieser setzt sich aus der Summe des statischen Drucks der Leitung plus dem Druck, der durch die Fluidbewegung gegen das Sensorelement ausgeübt wird, zusammen, während nur der statische Druck separat gemessen wird. Aus der Druckdifferenz zwischen den beiden Messpunkten kann dann der Volumenstrom und die Strömungsgeschwindigkeit berechnet werden.

Aufgrund ihres Designs verursachen einsteckbare Primärelemente einen Druckverlust. Dieser ist jedoch geringer als bei Messblenden.


Differenzdruck-Durchflussmesser – Vorteile:

  • Geringere Kosten im Vergleich zu anderen Technologien
  • Messung von Flüssigkeiten, Gasen und Dampf/li>
  • Hohe Temperatur- und Druckbeständigkeit
  • Robuste Primärelemente ohne bewegliche Teile

Differenzdruck-Durchflussmesser – Einschränkungen:

  • Druckverlust
  • Installation kann im Vergleich zu anderen Technologien komplexer sein
  • Geringere Genauigkeit im Vergleich zu anderen Technologien

Schwebekörper-Durchflussmesser

Schwebekörper-Durchflussmesser, auch Rotameter genannt, sind relativ einfach aufgebaute und kostengünstige Durchflusssensoren für die Messung des Durchflusses von Gasen und Flüssigkeiten. Die Schwebekörper-Durchflussmesser werden aufgrund ihrer geringen Kosten häufig für einfache Durchflussüberwachungen eingesetzt. Dies gilt insbesondere für Ausführungen mit verjüngten und verzunderten Glasrohren, bei denen nur eine lokale Anzeige erforderlich ist. Schwebekörper-Durchflussmesser eignen sich besonders für die Messung von Durchflüssen am unteren Ende der Volumenskala.

Schwebekörper-Durchflussmesser bestehen aus einem senkrechten Rohr aus einem transparenten Material wie z.B. Glas, das sich zunehmend im Durchmesser vergrößert, und einem Schwebekörper, der oft aus Glas oder Metall besteht. Kurz gesagt, der Fluidstrom übt eine Kraft auf den Schwebekörper aus, die ihn nach oben drückt. Aufgrund der Schwerkraft, des Gewichts des Schwebekörpers und der konischen Rohrkonstruktion wird ein Gleichgewicht innerhalb des Systems erreicht. Der Schwebekörper bleibt in einer festen Position stehen und zeigt den aktuellen Durchfluss an. Die Position des Schwebekörpers kann auf einer Skala abgelesen werden, die die Durchflussmenge anzeigt. Fortschrittlichere Modelle verfügen über einen integrierten Sensor, der die Position des Schwebekörpers erfasst und ein proportionales elektrisches Signal, z.B. 4 - 20 mA, überträgt.

Aufgrund der unterschiedlichen Flüssigkeitseigenschaften gibt es verschiedene Rohr- und Schwebekörperausführungen mit unterschiedlichen Materialien, die entsprechend der vorgesehenen Anwendung ausgewählt werden sollten, da sonst die Leistung und Funktion des Gerätes beeinträchtigt werden kann.

 Abbildung 4 – Schwebekörper-Durchflussmesser

Abbildung 4 – Schwebekörper-Durchflussmesser


Schwebekörper-Durchflussmesser – Vorteile:

  • Kostengünstiger Durchflussmesser mit einfachem Aufbau
  • Keine Hilfsenergie erforderlich
  • Geringer Druckverlust
  • Geeignet für Anwendungen mit geringem Durchfluss

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Schwebekörper-Durchflussmesser – Einschränkungen:

  • Mäßige Genauigkeit
  • Nicht geeignet für Flüssigkeiten mit Feststoffanteil oder verschmutzte Flüssigkeiten

Wie wählen Sie den passenden Durchflussmesser aus?

Die Anzahl der Bauformen und Technologien sowie die Vielfalt der Anwendungen können die Auswahl eines Durchflussmessers kompliziert machen, wobei die Auswahl von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird.

Zunächst ist es wichtig, das Messproblem oder die Messaufgabe zu verstehen, also warum ein Durchflussmesser benötigt wird. Typische Aufgaben sind: Überwachen, Steuern, Dosieren, Abfüllen und Schalten. Einige der Anforderungen an einen Durchflussmesser lassen sich aus der jeweiligen Aufgabe ableiten, z. B. verlangen Dosieranwendungen eine hohe Genauigkeit und es werden spezielle Chargenfunktionen benötigt. Bei Regelungsaufgaben werden Kompromisse bei der Genauigkeit toleriert, aber eine hohe Wiederholgenauigkeit der Messung wird gefordert.

Nach der Definition der Messaufgabe beeinflussen die folgenden grundsätzlichen Überlegungen bzw. Anforderungen die Auswahl Ihres Durchflussmessers:

1. ) Welches Fluid soll gemessen werden?

Die Auswahl des Durchflussmessers richtet sich in erster Linie nach dem zu messenden Fluid. Bestimmte Technologien werden je nach Flüssigkeitstyp besser abschneiden als andere, während einige für bestimmte Fluide überhaupt nicht funktionieren. Zum Beispiel eignen sich magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte nicht für die Messung von Gasdurchfluss. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass Sie prüfen, ob die Technologie des Durchflussmessers mit der Anwendung kompatibel ist.

2.) Welches sind die Prozessbedingungen?

Es ist sehr wichtig, die Prozessbedingungen zu kennen, unter denen der Durchflussmesser installiert werden soll, wie z. B.: erwartete Durchflussmenge, Prozesstemperatur und Prozessdruck. Der Durchflussmesser muss in Übereinstimmung mit diesen Bedingungen ausgewählt werden, um eine gute Leistung und Haltbarkeit zu gewährleisten.

3.) Wo soll der Durchflussmesser installiert werden?

Die Einbaubedingungen können bei der Auswahl eines Durchflussmessers ebenfalls eine Rolle spielen. Es ist wichtig, dass Sie den Rohrdurchmesser, den Prozessanschluss, die Einlauf- und Auslauflänge und das Vorhandensein von Störquellen für den Durchfluss, wie z. B. Regelventile, Armaturen, Pumpen usw. kennen.

4.) Wie sind die Umgebungsbedingungen?

Es lohnt sich zu wissen, ob der Durchflussmesser an einem zugänglichen Ort installiert werden soll, wo Arbeiter leichten Zugang zu ihm haben. Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Staub und Wettereinflüsse sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

5.) Wie hoch soll die erforderliche Leistung des Durchflussmessers sein?

Je nach Anwendung können unterschiedliche Leistungsstufen erforderlich sein. Wenn man die Prozessanforderungen versteht, kann eine Durchflussmesser-Technologie mit kompatiblen Leistungsstufen ausgewählt werden.

6.) Welche Investitionen sind geplant?

Bei der Auswahl eines Durchflussmessers sollten die anfänglichen Investitionskosten, die Eigenschaften des Durchflussmessers, die Wartungskosten und die Kalibrierungskosten berücksichtigt werden. Ein billiger Durchflussmesser, der aus preiswerten Teilen besteht, kann auf lange Sicht hin durch die erforderliche Wartung und Neukalibrierung teuer werden.

Werden weitere Informationen benötigt?

Nehme Sie Sie gerne Kontakt zu unseren Ingenieure auf, wenn Sie Hilfe bei der Auswahl eines Durchflussmessers für Ihre jeweilige Anwendung benötigen:

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